Veranstaltungen

Wann
30. Oktober 2019
09:30 - 16:00 Uhr

Wo
DGUV Congress - Tagungszentrum des IAG
Königsbrücker Landstraße 2
01109 Dresden

Am 30.10.2019 veranstalten die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung und das Zentrum für Forschung, Weiterbildung und Beratung an der ehs Dresden gGmbH in Kooperation mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) den 3. Fachtag „KINDER STÄRKEN“ im Rahmen des ESF-Programms „Maßnahmen zur Unterstützung von Kindern mit Lern- und Lebenserschwernissen“.

Der Fachtag ist für die Akteur_innen des Programms – zusätzliche Fachkräfte, Leiter_innen und Trägervertreter_innen der teilnehmenden Kitas – bestimmt und bietet Vorträge und Workshops zu den Programmthemen.

Der Fachtag widmet sich in diesem Jahr dem Thema „Soziale Arbeit in der Kita“. Im Einführungsvortrag wird Dr. Thomas Drößler von der Evangelischen Hochschule Dresden die Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten und Herausforderungen durch Soziale Arbeit in den Kindertageseinrichtungen erörtern. Er geht den Fragen nach: Was vermag Soziale Arbeit in der Kita? Welche Grundlagen und Zugänge gibt es? Wie spielen die Professionen der Elementar- und Frühpädagogik und die der Sozialen Arbeit zusammen und wie grenzen sie sich voneinander ab? – Nach dem Beitrag gibt es Raum, die Thesen vertiefend miteinander zu diskutieren.

Am Nachmittag können Sie sich in Workshops praxisnahe Impulse für Ihre Arbeit in den Kindertageseinrichtungen holen. Sie erhalten pädagogische Anregungen, Reflexionsräume und Unterstützungsideen für Ihre Arbeit mit Kindern und deren Familien, für den Transfer ins Team, für die Zusammenarbeit mit möglichen Netzwerkpartnern und Ihre eigene Gesundheit.

Das Tagungsprogramm mit Beschreibung der Workshops finden Sie hier im PDF-Format.

 

Anmeldung und Kontakt

Die Online-Anmeldung ist geschlossen.

Bei Fragen zur Tagungsorganisation wenden Sie sich gern an:
Tina Wünschmann (Projektassistenz KINDER STÄRKEN), Tel.: 0351-50193673 (Mo+Di), E-Mail: tina.wuenschmann@slfg.de

 

Tagungsprogramm

8.30Anmeldung und Begrüßungskaffee
9.30

Eröffnung: Silke Meyer und Andreas Wiere, Projektleitung KBS KINDER STÄRKEN

Begrüßung: Hanka Jarisch, BGW Dresden

Grußwort: Herbert Wolff, Staatssekretär im Sächsischen Kultusministerium

10.00Publikumsbefragung
10:15

Eröffnungsvortrag:

Was ist Soziale Arbeit in der Kita?

Dr. Thomas Drößler, Evangelische Hochschule Dresden

11.15Pause
11.30- 12.30

Interaktiver Austausch zum Eröffnungsvortrag

Gruppendiskussion anhand von Leitfragen

Moderation: Silke Meyer und Dr. Thomas Drößler

12.30Mittagspause
13.30 – 15.30

Workshops

Bitte wählen Sie aus den Workshops 1-10. Die Übersicht und Kurzbeschreibung der Workshops finden Sie unten auf dieser Seite oder im Tagungsprogramm.

15.30

Zusammenfassung und Abschluss 

bei Kaffee und Kuchen im Ausstellungssaal

16.00 Tagungsende

 

 

Übersicht der Workshops

Bitte wählen Sie bei der Anmeldung einen Workshop aus.


WS 1: „Ich schaff´s“ – das lösungsorientierte Unterstützungsprogramm für Kinder

Ulrike Müller, Fachberatung Kindertagesstätten Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Sachsen e. V., und Andreas Wiere, Projektleitung KBS KINDER STÄRKEN

„Ich schaff´s“ ist ein systemisch lösungsorientiertes Unterstützung- und Motivationsprogramm, das Kindern und Jugendlichen hilft, Fähigkeiten zu erlernen, Probleme zu bewältigen bzw. problematisches Verhalten los zu werden. „Ich schaff´s“ baut auf der Erkenntnis auf, dass Verhalten von Kindern auf Fähigkeiten basiert, die erlernbar und dementsprechend auch veränderbar bzw. verbesserbar sind und bietet hierzu für pädagogische Fachkräfte und Sozialarbeiter_innen ein systematisches schrittweises Vorgehen. „Ich schaff´s“ ist durchschaubar, leicht anwendbar, macht Spass, fördert das Selbstvertrauen und hat sich nicht zuletzt dadurch seit vielen Jahren in der Praxis bewährt. Wir möchten „Ich schaff´s“ als Beratungsansatz im Rahmen von KINDER STÄRKEN vorstellen und Lust auf Mehr machen.


WS 2: Die „Neue Autorität“ in der Kita – Herausfordernden Erziehungssituationen mit Präsenz, Stärke und Rückhalt begegnen

Petrun Grafe, Rehabilitationspädagogin/Coach/Verfahrensbeistand und Maria Kaiser, Koordinatorin KBS KINDER STÄRKEN

In schwierigen Situationen mit Kindern entsteht häufig der Eindruck, als gäbe es nur die Entscheidung zwischen machtbasierten, eher autoritär erscheinenden und laissez fairen Herangehensweisen. Eltern und pädagogische Fachkräfte fühlen sich oft unsicher und in der oft hohen Belastung des (KiTa-)Alltags teilweise auch überfordert und allein gelassen. Der Ansatz der „Neuen Autorität“, die von einer beziehungsorientierten Grundhaltung gekennzeichnet ist, wurde von dem aus Israel stammenden Psychologen Haim Omer ursprünglich als Krisenkonzept für das Jugendalter beschrieben. Mittlerweile zu einem umfassenden pädagogischen Konzept weiterentwickelt, zeigt es gerade für den Vorschulbereich alternative und gemeinsame Handlungsmöglichkeiten für Fachkräfte und Eltern.


WS 3: Kunst macht stark

Yaëlle Dorison (Zirkus- und Sozialpädagogin, Künstlerin) und Stefanie Busch (Bildende Künstlerin)
Künstlerische Praxen können die Soziale Arbeit in der Kita unterstützen. Im Workshop „Kunst macht stark“ werden wir in vier Stationen unterschiedliche künstlerische und performative Methoden und Techniken vorstellen und gemeinsam ausprobieren, die sich in der Arbeit mit Kindern bewährt haben. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Verbindung zwischen Kunst und Bewegung die Kreativität und die Fantasie der Kinder anregt und neue Wege öffnet:  das Erkennen und Entwickeln von Kompetenzen, das Kennenlernen weiterer Kommunikationsformen sowie die Stärkung der Persönlichkeit und der Identität. „Der Umgang mit dem eigenen Körper, ihn zu verstehen und zu nutzen, ist für Heranwachsende einer der wichtigsten Bausteine der Entwicklung“ (Sächsischer Bildungsplan).


WS 4: Suchtprobleme in der Familie – eine Herausforderung für die Kita?

Anja Maatz und Dietlind Junghanß, Fach- und Koordinierungsstelle Suchtprävention Sachsen sowie Roland Babits, Koordinator KBS KINDER STÄRKEN

Jedes 6. Kind wächst mit mindestens einem suchtkranken Elternteil auf. Was bedeutet das für die betroffenen Kinder? Hat es eine Auswirkung auf meinen Arbeitsalltag (in der Kita) und wie gehe ich professionell damit um? Woran erkenne ich suchtbelastete Familien? Macht es einen Unterschied, wovon die Eltern abhängig sind? Werden die Kinder später selbst suchtkrank oder können sie Stärken entwickeln, die sie davor schützen? Welche Unterstützungsangebote gibt es für die Kinder und Eltern? Was kann ich als pädagogische Fachkraft leisten und wo sind meine Grenzen?

Der Workshop soll einen Einblick in das Thema geben und  erste Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Sie sind als Teilnehmende(r) herzlich eingeladen, sich mit Ihren Fragen und Beiträgen einzubringen.


WS 5: „Jetzt wird´s schwierig!“ – Herausfordernde Elterngespräche als Aufforderung zum Kampf?

Kay Steinbacher-Lodl, Familien- und Erziehungsberatungsstelle der Diakonie Freiberg, Systemischer Therapeut/ Familientherapeut, Supervisor (SG), und Dorit Bauer, Koordinatorin KBS KINDER STÄRKEN

Dieser Workshop stellt das Verständnis von Elterngesprächen in den Fokus. Dabei gehen wir davon aus, dass wir mit dem geläufigen Wort „Herausforderung“ in Gefahr sind, aus einem Missverständnis, im Sinne eines Gewinnens oder Verlierens, zu agieren. Um dies zu umgehen und eine gemeinsame Gesprächsbasis schaffen zu können, ist es notwendig, dass wir uns mit unserer persönlichen inneren Haltung auseinandersetzen.

Wir wollen ausgehend von der Betrachtung unserer eigenen „Gesprächshaltung“ und über Trainingsangebote einen Beitrag zum Ausbau der eigenen Handlungssicherheit bieten.


WS 6: Stressprävention – Resilient sein durch emotionale Stärke

Yvonne Müller, Diplom-Sozialökonomin und Systemischer Coach

Der Wunsch nach einer besseren inneren Balance kommt in Momenten, in denen wir uns überfordert fühlen. Alles strömt auf uns herein, aber was tragen wir selbst dazu bei, dass wir unter Druck geraten? – In diesem Workshop erfahren Sie etwas über Ihre inneren Antreiber und erarbeiten sich persönliche Erlauber, erlernen eine Achtsamkeitsübung, um Grübeleien zu stoppen und erfahren, wie Sie mit den Angeboten der BGW am Ball bleiben können.


WS 7: Die Rolle des Jugendamtes, im speziellen des Allgemeinen Sozialen Dienstes, bei der Bewältigung von schwierigen Lern- und Lebensbedingungen

Marcus Kerndt, Jugendamt Landeshauptstadt Dresden, Abt. Allgemeine Soziale Dienste, und Axel Möller, Koordinator KBS KINDER STÄRKEN

Das Jugendamt sieht sich in der Rolle, die Eltern in ihrer Verantwortung zur Ausübung der elterlichen Sorge zu stärken. Die Eltern organisieren und stellen Kindern im Kindergartenalter entsprechende Lern- und Entwicklungsbedingungen bereit, damit Kinder während und im Anschluss an das Kindergartenleben Selbstwirksamkeitserfahrungen sammeln und gelingend am Schulalltag teilhaben können. Bei schwierigen Lern- und Lebensbedingungen in dieser sensiblen Entwicklungsphase können Eltern und Alleinerziehende auf ein vielfältiges Unterstützungsnetzwerk zurückgreifen. Im Workshop soll die Verantwortung des Allgemeinen Sozialen Dienstes im Netzwerk erarbeitet werden.


WS 8: Übernimmt Schulsozialarbeit die Kinder aus der Kitasozialarbeit?

Paula Bormann und Kathleen Hänel, Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit Sachsen e.V., und Grit Kluge, Koordinatorin KBS KINDER STÄRKEN

Der Übergang von Kindergartenzeit in die Grundschulzeit ist ein bedeutsames Lebensereignis für Kinder. Was aber geschieht mit den laufenden Unterstützungsprozessen durch die zusätzlichen Fachkräfte in Kitas beim Übergang in die Schulzeit? Wie können Übergänge gelingend gestaltet werden? Was ist Schulsozialarbeit in Grundschulen, worin bestehen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Kita-Sozialarbeit? Welche Voraussetzungen, Chancen, aber auch Problematiken verbergen sich in der Zusammenarbeit der beiden Systeme? In einem gemeinsamen Austausch nähern wir uns im Workshop der Frage: „Übernimmt Schulsozialarbeit die Kinder aus der Kita-Sozialarbeit?“


WS 9: Gemeinsam auf Spurensuche – Systemische Perspektiven für die Teamarbeit

Katja Oethe, Fachberaterin Bundesprogramm Sprache, Einrichtungsbegleiterin Willkommens-KITAs, Dozentin ISA Chemnitz, und Tabea Pontius, Koordinatorin KBS KINDER STÄRKEN

In diesem Workshop können Sie zwei ressourcenorientierte, systemische Methoden kennenlernen und ausprobieren, mit welchen die Arbeit mit herausfordernden Kindern, Eltern, Situationen- ja, sogar Kolleg*innen- lebendiger, abwechslungsreicher und lösungsorientierter gelingen kann.
Die vorgestellten Methoden können in der kollegialen (Fall)Beratung, und/oder in Dienstbesprechungen mit kleinen und größeren Teams hilfreich sein, ebenso in der Vorbereitung von schwierigen Elterngesprächen, bei Kinderkonferenzen oder auch in der Praxisbegleitung Anwendung finden.
Sie erhalten einen kleinen Einblick, wie man in und mit Teams systemisch und ressourcenorientiert arbeiten kann.


WS 10: Umgang mit Nähe und Distanz in der Arbeit in Kindertagesstätten

Marén Andres, Shukura – AWO-Fachstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen, und Steffi Weigl, Koordinatorin KBS KINDER STÄRKEN

Die Frage nach angemessener Nähe und Distanz ist in der Sozialen Arbeit im alltäglichen Umgang mit Kindern sowie mit Kolleg*innen allgegenwärtig. Nähe kann zu Geborgenheit, Vertrauen, aber auch zu Einengung und Beschränkung führen. Distanz hingegen kann zu Freiraum, Entfaltung, Eigenständigkeit führen, aber auch zu Desinteresse, Unachtsamkeit und Haltlosigkeit. Für pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten ist es elementar, die notwendige Distanz zu wahren, um in den Arbeitsbeziehungen mit den Kindern und Eltern wirksam und handlungsfähig zu bleiben. Hingegen benötigen die Kinder eine entwicklungsfördernde heilvolle Nähe durch die Fachkräfte in den Einrichtungen.
In dem Workshop setzen wir uns gemeinsam mit der professionellen Distanz und Nähe auseinander. Wir erarbeiten, wann aus der heilvollen Nähe, ein Zu-nahe-kommen durch eine Fachkraft, ein Überschreiten der Grenzen von Kindern wird. Welche Rolle das Machtverhältnis im Betreuungskontext spielt und welche klaren Regeln innerhalb der Einrichtung notwendig sind, damit Grenzüberschreitungen und (sexualisierte) Gewalt nicht passiert und rasch erkannt werden kann. – Der Workshop bietet einen ersten Überblick und Austausch.