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Sprachräume - Dimitrisvetsikas1969/Pixabay

Wie sich Sprachräume in der Kita gestalten und weiterentwickeln lassen, stand im Zentrum eines überregionalen Reflexionstreffens am 24. Februar 2026 in Bischofswerda. KINDER STÄRKEN-Fachkräfte aus dem Landkreis Bautzen und der Stadt Weißwasser kamen zusammen, um Erfahrungen aus der sprachlichen Bildung und Förderung auszutauschen und neue Impulse für die Praxis zu gewinnen.

Zum Einstieg gestalteten die Teilnehmenden einen persönlichen Sprachenbaum. Dabei reflektierten sie, welche Sprachen sie selbst in ihrem Leben (und/oder Arbeit) geprägt haben, welche Personen dabei bedeutsam waren und welche emotionalen Erfahrungen in verschiedenen Situationen – etwa Sicherheit, Unsicherheit oder Zugehörigkeit – mit Sprache verbunden sind. Nach einem Austausch in Kleingruppen lenkte ein abschließender Reflexionsimpuls den Blick auf den eigenen professionellen Umgang mit Mehrsprachigkeit im Kita-Kontext und regte dazu an, persönliche Schlussfolgerungen für die pädagogische Praxis festzuhalten.

Im anschließenden Einrichtungs-Check arbeiteten die Fachkräfte im World-Café-Format an Thementischen zu strukturellen Bedingungen, vorhandenen Ressourcen sowie Entwicklungspotenzialen ihrer Einrichtungen. Mithilfe einer Skalierung von 1 (ganz am Anfang) bis 10 (alles top!) schätzten sie ein, wo ihre Einrichtung aktuell steht und welche Rolle sie als zusätzliche Fachkräfte bei der Umsetzung sprachlicher Bildung spielen. Die Gespräche machten sichtbar, welche Fortschritte bereits erreicht wurden und an welchen Stellen weitere Entwicklungsschritte sinnvoll sind.

Welche Materialien und Methoden zur alltagsintegrierten sprachlichen Bildung werden in den Einrichtungen genutzt? Zu dieser Frage tauschten sich die Fachkräfte aus. Zudem wurde das Projekt KIKUS (Kinder in Kulturen und Sprachen) vorgestellt und die Spiele und Methoden des Projekts selbst ausprobiert: Vom Ertasten, Beschreiben und Finden gleicher Gegenstände aus geheimnisvollen Säckchen über Lautspiele bis hin zu Reim- und Bewegungsspielen gab es vielfältige Anregungen für die praktische Arbeit mit Kindern. In der anschließenden Sprachförder-Fallwerkstatt arbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen an drei Fallbeispielen. Anhand strukturierter Schritte analysierten sie Beobachtungen, entwickelten Förderideen und reflektierten ihre eigene Haltung.

Zum Abschluss stand die Frage im Raum: „Welchen Impuls nehmt ihr mit?“ Die Rückmeldungen zeigten, dass insbesondere der kollegiale Austausch, die praxisnahen Einblicke und die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle als Sprachvorbild nachhaltig wirkten. Das Treffen machte deutlich: Sprachräume entstehen dort, wo Fachkräfte sich auf den Weg machen, sprachliche Bildung als durchgängiges Prinzip im Einrichtungsalltag zu gestalten.

 

Weiterführende Informationen

Expertise Erfassung und Förderung der sprachlichen Entwicklung im Kontext der Kindertagesbetreuung – Handlungsempfehlungen für geeignete Maßnahmen und Konzepte aus interdisziplinärer Sicht

Landesprogramm alltagsintegrierte sprachliche Bildung in der Kindertagesbetreuung Sachsen

LakoS – Landeskompetenzzentrum zur sprachlichen Bildung und Förderung an Kindertageseinrichtungen in Sachsen

 

Titelbild Dimitrisvetsikas1969/Pixabay
Bilder im Text © SLfG