Was haben ein kleiner Pandabär, 15 strukturierte Schritte und jede Menge gute Laune gemeinsam? Sie alle sind Teil des Programms Ich schaff’s!, das am 18. März 2026 achtzehn KINDER STÄRKEN-Fachkräfte aus Zwickau, Plauen, Auerbach, Rodewisch und Treuen in Zwickau zusammenführte.
Von der Idee zum Praxistag
Der Funke sprang eigentlich schon am 9. September 2025 über: Beim Fachtag von KINDER STÄRKEN 2.0 in Dresden bot Andreas Wiere (Projektleiter) einen Thementisch zu diesem lösungsorientierten Ansatz zur Stärkung von Kindern an. Das Interesse war so groß, dass schnell klar wurde: Ein kurzer Austausch reicht nicht aus. Kurzerhand wurde Andreas Wiere eingeladen, das Thema an einem ganzen Vertiefungstag gemeinsam mit der KBS-Koordinatorin Annette Küttler und den KINDER STÄRKEN-Fachkräften intensiver zu erschließen.
Vom Problem zur Fähigkeit
Das Herzstück des Programms vom Finnen Ben Furman ist so simpel wie wirkungsvoll: Nicht das Problem steht im Fokus („Lass das!“), sondern die Fähigkeit, die ein Kind noch erlernen kann („Tu das!“). Statt den Fokus auf das zu legen, was schwierig läuft, wird gemeinsam überlegt, was ein Kind braucht, um eine Herausforderung zu meistern. Dabei ist die Einbeziehung des Kindes zentral: Es sollte bereit sein, die entsprechende Fähigkeit zu erlernen, idealerweise aus eigener Motivation heraus. So entsteht ein Perspektivwechsel – weg vom Defizit, hin zur Entwicklung.
Die Fachkräfte lernten den praxisnahen 15-Schritte-Plan kennen, der flexibel anwendbar ist. Je nach Erfahrung und Situation können einzelne Schritte ausgelassen oder in ihrer Reihenfolge angepasst werden. Anschließend teilten sie ihre Impulse für die Praxis und berichteten einander von ihren Erfahrungen aus der Kita.
Das nehmen die Fachkräfte mit:
- Flexibilität: Das Programm lässt sich mit Kindern ab etwa vier Jahren anwenden.
- Ressourcenorientierung: Im Mittelpunkt steht ein kindzentrierter, systemisch-lösungsorientierter Ansatz.
- Praxisnähe: Besonders geeignet für Situationen, in denen Kinder durch das Erlernen bestimmter Fähigkeiten unterstützt werden können.
- Breites Anwendungsspektrum: z. B. bei Ängsten, herausfordernden Verhalten, Konzentrationsschwierigkeiten oder Alltagsroutinen wie Essen, Schlafen oder Toilettengang.
- Positive Lernkultur: Lernen und Veränderungen gelingen leichter mit Zuversicht, Motivation, Emotion und in Beziehung zu anderen.
- Kreative Zugänge: Bilder, Metapher und persönliche Kraftfiguren – etwa ein kleiner Pandabär oder ein Comic-Held – unterstützen den Prozess auf spielerische und leichte Weise.
- Digitale Unterstützung: Neben den analogen Arbeitsmaterialien wurde die App Kids’Skills vorgestellt – ein praktischer Begleiter, der den Lernprozess begleitet.
Ein neuer Blick für die Praxis
Besonders ein Gedanke einer Teilnehmerin fasste den Tag perfekt zusammen: Die Methode Ich schaff’s! ist deshalb so wertvoll für pädagogische Fachkräfte, weil sie den Blick konsequent vom Problem weg und hin zu den erlernbaren Fähigkeiten lenkt. Diesen positiven Ansatz möchte sie in ihrem Kita-Team weitertragen.
Die Stärkenorientierung und der systemische Blick gaben allen Teilnehmenden neuen Rückenwind für ihre Arbeit im Programm KINDER STÄRKEN 2.0. Der Praxistag in Zwickau hat einmal mehr gezeigt: Wenn Fachkräfte ihre Impulse bündeln und voneinander lernen, ebnen sie den Weg, damit Kinder mit Freude über sich hinauswachsen können.

Titelbild und Bilder im Text © SLfG

