Kita "Sonnenkäfer"

Träger: Landeshauptstadt Dresden

Liebenauer Straße 1
01279 Dresden
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Teilnahme am Programm: 2016-2021

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Etablierung einer Krabbelgruppe in der Kita „Sonnenkäfer“

Anfang 2018 wurde durch die ESF-Fachkraft (Kitasozialarbeiterin) der Kita „Sonnenkäfer“ in Dresden der Bedarf an einer Krabbelgruppe für zukünftige Eingewöhnungskinder festgestellt. Dieser Bedarf entstand u.a. aus der Besonderheit von sechs Familiengruppen, in denen jeweils ca. 20 Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Schuleintritt betreut werden. Im Mai 2018 wurde dafür ein Konzept entwickelt: Circa zwei bis drei Monate vor Beginn der Eingewöhnung sollen die Babys bzw. Kleinkinder mit ihren Eltern zu sechs Treffen in der Kita zusammenkommen.

Ziel: Diese offene und niederschwellige Maßnahme soll Kindern und Eltern die Eingewöhnung und den Einstieg in den Kitaalltag erleichtern. Denn zum einen lernen sie die Einrichtung und deren Abläufe, die Sozialarbeiterin und teilweise schon das Personal der zukünftigen Gruppe kennen. Gleichzeitig kann die Kitasozialarbeiterin in den Gesprächen mit den Eltern während der Krabbelgruppe eventuelle sozialpädagogische Hilfebedarfe bei einzelnen Familien ermitteln.

Organisation: Die Kursleitung hat die Kitasozialarbeiterin inne. Sie organisiert die zukünftigen Krabbelgruppen, lädt die potentiellen Familien per Post ein und führt die Treffen durch. Ebenso ist sie für die Vor- und Nachbereitung verantwortlich. Mindestens fünf Familien sollten in der Gruppe zusammenkommen, um den Sinn einer offenen Krabbelgruppe zu wahren.

Die Krabbelgruppe findet 1x wöchentlich statt. Insgesamt gibt es 6 Termine à 75 Minuten. In der Kita Sonnenkäfer findet die Krabbelgruppe mittwochs von 9:30-10:45 Uhr (zuzüglich Vor- und Nachbereitung von 9:00-11:15 Uhr) statt. Somit können zuvor noch bewegungshungrige Kinder im Turnraum spielen und turnen. Außerdem werden von der Krabbelgruppe zu je einem Termin die Kinderbibliothek und der Kleinkindbereich im Garten genutzt.

Inhalt: Jede Krabbelgruppeneinheit hat einen festen Rahmen: Begonnen wird mit einem Begrüßungslied, wo jedes Kind mit seinem Namen willkommen geheißen wird – begleitet mit je einer anderen Begrüßungsgeste pro Kind. Zum Abschluss jeder „Krabbelstunde“ gibt es ein im Kreis gesungenes Lied; dabei wird jedes Kind auf dem Arm gehalten (Alle Leut‘ geh’n jetzt nach Haus‘).

Nach der Begrüßung gibt es für die Eltern eine Austauschrunde, die entweder von der Kursleitung durch offene Fragen angeregt wird oder aber durch die Eltern selbst. Hierbei kommt man ins Gespräch zum derzeitigen Entwicklungsstand des Kindes, zu aktuellen Erfolgen und Herausforderungen in der Kindererziehung und im häuslichen Alltag mit Kind. Außerdem kann die Kitasozialarbeiterin konkrete Fragen zur Eingewöhnung und zum Tagesablauf in der Kita beantworten. Diese Transparenz hilft den Müttern und Vätern dabei, Ängste und Unsicherheiten abzubauen. Wenn es passt, gibt die Kitasozialarbeiterin pädagogisch relevante Themen niederschwellig mit in die Runde: z.B. Umgang mit Entwicklungsaufgaben (z.B. Weinen, Hauen, Sprechen, Ernährung), altersangepasste Spielideen und „sinnvolles“ Spielzeug.

Während sich die Eltern austauschen, können die Kinder spielen, musizieren oder sich durch den Raum bewegen. Denn es gibt wöchentlich ein anderes inhaltliches Profil: es geht sportlich, musisch, literarisch oder kreativ zu. Bei jedem Treffen finden außerdem Fingerspiele, Lieder, Tanz- und Bewegungsspiele statt, die später auch in den Gruppen durchgeführt werden.

Wirksamkeit: Die beim jeweils letzten Krabbelgruppentreff ausgeteilten Feedbackbögen bescheinigen regelmäßig die große Dankbarkeit der Eltern, die Zielerreichung (alle/s genauer kennenzulernen und Unsicherheiten abzubauen) und teilweise auch Wünsche zur qualitativen Verbesserung.

Insgesamt nahmen bisher in sechs Durchgängen 35 Familien mit ihren Kindern an der Krabbelgruppe teil. Das entspricht einer Teilnahme von etwa zwei Dritteln der Neuaufnahmen. Nicht alle zukünftigen Eingewöhnungskinder haben an dieser Maßnahme teilgenommen. Dies lag entweder am Zeitpunkt der Eingewöhnung, am Alter der Kinder (über 2 Jahre) oder an anderen familiären Gründen (z.B. weil es Geschwisterkinder gibt).

 

Ute Thomalla, Kitasozialarbeiterin

Kita „Sonnenkäfer“, Dresden