Das Projekt

In ausgewählten Kindertageseinrichtungen werden Maßnahmen zur Stärkung von Kindern durch unsere externe Kompetenz- und Beratungsstelle fachlich im Prozess begleitet und unterstützt.

Buntes Haus (c) Wanda Wünschmann

Hintergrund und Ziele

In Sachsen besuchen nahezu alle der 3-6-Jährigen Kinder eine Kindertageseinrichtung. Der überwiegende Teil der Kinder wächst unter guten Bedingungen auf, ein Teil jedoch unter besonderen Herausforderungen, die mit Risiken und Folgen sozialer Benachteiligung, Armut oder anderen riskanten Lebenssituationen verbunden sind. Diese Kinder werden über besondere Angebote in Kitas unterstützt.

In 147 sächsischen Kitas sind mit Förderung des Europäischen Sozialfonds (ESF) zusätzliche pädagogische Fachkräfte im Rahmen des Programms KINDER STÄRKEN tätig. Die zusätzlichen „Kita-Sozialarbeiter_innen“ leiten ihre konkreten Maßnahmen, Aufgaben und Tätigkeiten aus dem jeweils kitaspezifischen Unterstützungsbedarfen der Kinder und ihrer Lebenssituationen ab.

Sie unterstützen in erster Linie die KINDER durch gezielte Angebote und Maßnahmen, z.B. im Projekt „Ich bin Ich“, in dem die Kinder u.a. ein Gefühl für die eigenen Stärken, für das eigene Können und Stolz auf ihre Fähigkeiten entwickeln.

Die zusätzlichen Fachkräfte bieten auch den ELTERN eine intensivere Zusammenarbeit an, in dem sie z.B. zu erzieherischen Fragen beraten oder in der Kita einen Treffpunkt für alleinerziehende Mütter organisieren. Ebenso wichtig ist die KOOPERATION mit Experten und sozialen Diensten, z.B. wenn das Wohl von Kindern gefährdet ist oder Hilfepläne für Kinder und Familien erarbeitet werden müssen. Kinder und Eltern können zudem nur dann wirksam unterstützt werden, wenn das ganze TEAM der Kita beteiligt ist und sich alle pädagogischen Fachkräfte aufeinander beziehen und abgestimmt handeln. Die zusätzlichen Fachkräfte etablieren und moderieren z.B. kollegiale Fallberatungen in den Kitas.

Das zusätzliche Personal in den Kindertageseinrichtungen nimmt eine besondere Rolle ein, da es lebenslagensensibel und an den individuellen Bedürfnissen des Kindes orientiert die Risiken und Folgen sozialer Benachteiligung erkennen und kompensatorisch, präventiv und teilweise intervenierend bewältigen soll. Voraussetzung hierfür ist eine hohe Qualität des zielgerichteten pädagogischen Handelns.

Um diese besondere Rolle des zusätzlichen Personals zu sichern sowie die „Maßnahmen für Kinder mit besonderen Lern- und Lebenserschwernissen“ effizienter und nachhaltiger zu gestalten, werden die Maßnahmen in den auswählten Kindertageseinrichtungen durch eine externe Kompetenz- und Beratungsstelle fachlich im Prozess begleitet und unterstützt.

Programmziele und Indikatoren im Überblick (PDF)

Aufgaben

Aufgaben der Kompetenz- und Beratungsstelle für die Zielgruppe Kinder mit besonderen Lern- und Lebenserschwernissen sind insbesondere:

  • Unterstützung bei Evaluation und Monitoring zum Ist-Stand verschiedener Qualitätsfaktoren bezogen auf die Kinder, aber auch auf die Kindertageseinrichtung als Organisation zu Beginn und zum Ende des Projektzeitraums,
  • Unterstützung bei einrichtungsspezifischer Ziel- und Maßnahmenplanung durch die Erarbeitung von entsprechenden Konzepten und Methoden, deren Anwendung und Auswertung vor Ort,
  • fachliche und individuelle Beratung und Begleitung von Entwicklungsprozessen,
  • Coaching zur Bearbeitung zielbezogener und spezifischer Themen der Kindertageseinrichtungen,
  • Kooperations- und Vernetzungsmanagement mit Fachdiensten und der Regionalpolitik,
  • Planung und Organisation von Fachveranstaltungen,
  • Strukturierung und Moderation interaktiver Arbeitsformen zwischen betroffenen Kindertageseinrichtungen und von Reflexionsgruppen,
  • Erstellen von Strukturierungshilfen,
  • Unterstützung bei der Konzeption von Maßnahmen zur Sicherstellung der erreichten Qualitätsverbesserung nach Projektende. Quelle: Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über einen Teilnahmewettbewerb zu Projekten „Kompetenz- und Beratungsstelle“ zur Unterstützung von Maßnahmen für Kinder mit besonderen Lern- und Lebenserschwernissen vom 17.01.2018

Struktur

Projektträger ist die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. in Kooperation mit dem Zentrum für Forschung, Weiterbildung und Beratung an der ehs Dresden gGmbH.

 

Die Kompetenz- und Beratungsstelle wird durch einen Beirat unterstützt, der zweimal jährlich berät. Im Beirat sitzen Vertreter_innen folgender Institutionen:

  • Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Herr Arnfried Schlosser, Frau Nicole Poch (Referat 42/ Kindertagesbetreuung)
  • Sächsischer Landtag: Frau Dagmar Neukirch, MdL (SPD), Sprecherin für Soziales, Gesundheit und Pflege
  • Landesjugendhilfeausschuss: Herr Jürgen Opitz (Bürgermeister der Stadt Heidenau)
  • Sächsischer Städte- und Gemeindetag e.V.: Frau Sabine Grohmann (Abteilungsleiterin Strategisches Management, LH Dresden), Frau Dr. med. Claudia Korebrits (Sachgebietsleiterin Kinder- und jugendärztliches Zentrum, Leipzig), Stellvertretung: Frau Dr. Antje Hönicke (Abteilungsleiterin Kinder- und Jugendgesundheitsschutz, Chemnitz)
  • Sächsischer Landkreistag e.V.: Frau Marlen Heinze (Sachgebietsleiterin Kinder, Jugend und Familienbildung, Landratsamt Görlitz), Stellvertretung: Frau Simone Hoesl (Fachberaterin Kita, Landratsamt Zwickau)
  • LIGA der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege: Frau Konstanze Kehling (Fachberaterin Kita/ Bereich Nordsachsen, DRK Landesverband Sachsen e.V.)
  • Projekt „Eltern-Kind-Zentren (EKiZ)“: Frau Sylke Bilz (Felsenweg-Institut der Karl-Kübel-Stiftung)
  • Wissenschaft/Forschung: Herr Dr. Thomas Drößler (Evangelische Hochschule Dresden)
  • Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz/ Landesjugendamt: Herr Wolfgang Brinkel (Landesjugendamt)
  • Kitapraxis: Herr Daniel Kemp (Kitaleitung Kita Hildegardstraße, Leipzig/ Outlaw gGmbH)
  • Projekt KINDER STÄRKEN: Frau Silke Meyer, Herr Andreas Wiere (Projektleitung)