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„Das war genau das, was ich jetzt gebraucht habe“, so die Rückmeldung einer Kitasozialarbeiterin am Ende des 5. Fachtags KINDER STÄRKEN am 29. September 2021. Einen Tag, um sich zur Kitasozialarbeit zu positionieren, sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und neue fachliche Impulse mitzunehmen. Einen Tag, um sich selbst wieder auf Kurs zu bringen und der zeigt, dass es sich gemeinsam besser steuern und Hürden umschiffen lässt.

Insgesamt waren etwa 175 Teilnehmende mit Kitasozialarbeit auf Kurs und haben sich auf das Konzept der Hybrid-Veranstaltung eingelassen, so dass ein Austausch vor Ort im DGUV Congress – Tagungszentrum in Dresden sowie an den Bildschirmen möglich war. 100 Kitasozialarbeiter*innen, Einrichtungsleitungen, Trägervertreter*innen und Unterstützer*innen des sächsischen ESF-Programms sowie Gäste aus Politik und Wissenschaft nahmen am Vortrag, dem Podiumsgespräch und am Nachmittag an den Workshops teil. Für etwa 75 Teilnehmende gab es am Vormittag einen Live-Stream vom Programm auf der Bühne direkt ins Zoom-Meeting.

Fachtagsprogramm [PDF]


Großer Saal – Gerald Heinze | SMK, Sabine Göpfert | SMK und Stephan Koesling | SLfG e. V., 1. Reihe v. l. © SLfG e. V.

Silke Meyer und Andreas Wiere, Projektleitung der Kompetenz- und Beratungsstelle (KBS), moderierten den Fachtag und eröffneten die Bühne für die Grußworte von Hanka Jarisch, Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und von Gerald Heinze, Abteilungsleiter Allgemeinbildende Schulen/Kindertagesbetreuung beim Sächsischen Staatsministerium für Kultus (SMK). Gerald Heize würdigte die bedeutsame Arbeit und die Erfolge der Akteure im Programm KINDER STÄRKEN, denn diese leisten einen sichtbaren und wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit der Kinder und unterstützen Familien bei der Wahrnehmung ihres Erziehungsauftrages. Durch Kitasozialarbeit erhält die Kita als Bildungs- und Lebensort eine entscheidende fachliche Ergänzung. Dies wird wahrgenommen und soll – so sicher eine entscheidende und für alle erfreuliche Botschaft – auch in den Jahren 2022 bis 2027 fortgeführt und ausgebaut werden.

Mit seinem Impulsvortrag Was ist noch gleich Soziale Arbeit?! setzte Professor Peter-Ulrich Wendt den Rahmen des Fachtags. Selbst lange Jahre in der Kinder- und Jugendhilfe tätig und seit 2009 Professor für Grundlagen und Methoden der Sozialen Arbeit an der Hochschule Magdeburg-Stendal arbeitete er in seinem Vortrag noch einmal in beeindruckender Weise den Kern und das Anliegen Sozialer Arbeit als Menschenrechtsprofession heraus. So stehen bei der Sozialen Arbeit in Kitas grundsätzlich immer die Bedürfnisse und Anliegen der Kinder im Zentrum, wenn diese aufgrund ihrer Lebenssituationen beeinträchtigt und missachtet werden. Kitasozialarbeit unterstützt Kinder und Familien bei der individuellen Lebensbewältigung und gibt Hilfestellung für Bildung und Entwicklung. Soziale Arbeit in der Kita – als Ort alltäglicher Lebenswelten – ist beauftragt, Benachteiligungen und Entwicklungsgefährdungen zu vermeiden bzw. abzubauen. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, positive Lern- und Lebensbedingungen sowohl in der Kita als auch in den häuslichen Lebenswelten zu schaffen. Um dies umzusetzen, kooperiert die Kitasozialarbeit mit weiteren Partnern und Fachdiensten im Sozialraum.
Die Beteiligten des Fachtages – insbesondere die Kitasozialarbeiter*innen – sahen sich vor allem durch die von Prof. Wendt benannten professionellen Ansprüche an Soziale Arbeit in ihren Rollen und Tätigkeiten bestätigt, angeregt und motiviert ihre ergänzende Soziale Arbeit in den Kitas umzusetzen.


Impulsvortrag Prof. Wendt – Anmoderation Andreas Wiere | Projektleitung KBS © SLfG e. V.

Die fachlichen Impulse von Prof. Wendt wurden nach einer diskussionsfreudigen Pause durch sechs Gäste bei einem Podiumsgespräch aufgenommen und fortgeführt. Eingeladen waren Vertreter*innen von drei bundesweiten Projekten der Kitasozialarbeit: aus Magdeburg Tom Bruchholz und Ulrike Haase vom Landesjugendwerk der AWO Sachsen-Anhalt e. V. sowie Carsten Krause vom Deutschen Familienverband Sachsen-Anhalt e. V., aus Berlin Andrea Wobker-Howen und Sabine Clausen vom Projekt Kitasozialarbeit der Evangelischen Kirche Spandau und aus Bochum Christian Papies vom Sozialen Dienst des Jugendamtes. Aus Sicht des sächsischen ESF-Programms KINDER STÄRKEN interessierte natürlich die Frage, wie Kitasozialarbeit in diesen drei Projekten verstanden und umgesetzt wird. Die Kolleginnen und Kollegen erläuterten, wie deren Projekte strukturiert und regional eingebunden sind, welche Konzepte und Ansätze diesen zugrunde liegen, was unter Kitasozialarbeit verstanden wird und welche Erfahrungen damit gemacht wurden. Das Interesse an differenzierteren Fragestellungen und Diskussionen – auch der Zuhörenden – war groß. Die Ausführungen zeigten, dass unter dem Label Kitasozialarbeit vielfältiges entsteht und es verschiedene Modelle der Umsetzung und Finanzierung gibt. In den Zielen sind sich die Projektgestaltenden sehr nah: Kinder und Eltern bei Lern- und Lebenserschwernissen zur Sicherung von Bildung und Teilhabe zu unterstützen. Am Ende des Podiumsgespräches wurde visionär festgehalten, Kitasozialarbeit in Deutschland auf vielfältige Weise zum Bestandteil der Angebote für Kinder und Familien zu machen und sich zukünftig hierzu gut zu vernetzen und die Zusammenarbeit auszubauen. Kitasozialarbeit muss bundesweit thematisiert und gemeinsam als professioneller Auftrag formuliert werden.
Die Podiumsgäste standen den Fachtagsbesuchenden dankenswerter Weise auch am Nachmittag für weitere Nachfragen und Diskussion zur Verfügung.


Podiumsgespräch mit Carsten Krause, Ulrike Haase, Tom Bruchholz, Christian Papies, Andreas Wiere, Sabine Clausen und Andrea Wobker-Howen, v. l. © SLfG e. V.

Den Vormittag komplementierte Silke Meyer mit einem Ausblick und Fazit zum Programm KINDER STÄRKEN. Ihre Kernbotschaft lautete: „Bewährtes erhalten und erweitern.“ Danach wurden die Online-Teilnehmenden verabschiedet und bekamen mit ihren Zoom-Kacheln nochmal einen Platz an der Leinwand im Großen Saal.


Silke Meyer | Projektleitung KBS © SLfG e. V.

Nach der Mittagspause boten fünf verschiedene Workshops und die Podiumsnachlese den Teilnehmenden vor Ort weiteren fachlichen und methodischen Input und Raum für Austausch.

Im Abschlussplenum wurden die Teilnehmenden zu einer Aktivierungsübung eingeladen. Diese regte sie zu einem Perspektivwechsel im übertragenen Sinn an: Kitasozialarbeit braucht zum einen immer wieder die Blickerweiterung und zum anderen die Reflexion der persönlichen Motivation.
Letztere konnte auf den vorbereiteten Untersetzern festgehalten und damit als optischer Anker für den Kita-Alltag mitgenommen werden.

Das Team der Kompetenz- und Beratungsstelle dankt allen Beteiligten, vor allem dem Kooperationspartner Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtpflege (BGW), den Referentinnen und Referenten und den Teilnehmenden.

Dokumentation

Die Dokumentation zum Vortrag, der Podiumsnachlese und zu den Workshops ist ab 01. November 2021 hier einsehbar.

 

Impressionen